10.03.10

DLM Symposium 2010, Berlin


Vom Preis der Qualität

Die Rolle des privaten TV im gesellschaftlichen Diskurs

weitere Informationen über: www.dlm-symposium.de


Auch wenn die Talsohle der Wirtschafts- und Werbekrise durchschritten scheint, es wird kein Zurück zu alten Gewissheiten geben: Die traditionellen Medien sehen sich verstärkt mit den Folgen der Konvergenz konfrontiert. Für TV-Sender gilt die Gleichung, dass mehr Zuschauer mehr Werbeeinnahmen bringen, nicht mehr ohne weiteres; ihr Geschäftsmodell erodiert. Die Nutzung des Internet steigt, auf dem Fernsehschirm erscheinen immer mehr Online-Angebote, die nicht den gleichen regulatorischen Anforderungen unterliegen wie TV-Inhalte. Fernsehveranstalter müssen auf diese Konkurrenz, auf zunehmende zeitversetzte und mobile Nutzung reagieren. 
 
Damit ändern sich Inhalte und Präsentation im Fernsehen, das bleibt nicht ohne Folgen für den gesellschaftlichen Diskurs. Was ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält, wenn Massenkommunikation sich immer stärker individualisiert? Wie können Programme mit public value entstehen, wenn sie am Markt nicht zu refinanzieren sind? Darf es im kommerziellen Fernsehen vordringlich ums Geld verdienen gehen? Rundfunk bleibt Wirtschafts- und Kulturgut, auch wenn gespart werden muss.  
Um den gesellschaftlich erwünschten publizistischen Mehrwert zu schaffen, fordern die Sendeunternehmen „Anreize“. Wie könnte ein sinnvolles und effektives Steuerungsinstrument dafür aussehen? Wie viel Fernsehqualität sollen wir uns leisten? Wie muss eine Medienordnung beschaffen sein, die Antworten gibt auf die Konvergenz, die dem geänderten Nutzungsverhalten Rechnung trägt, auf den Bedeutungsverlust der etablierten Medien reagiert, und die dennoch die Grundlagen sichert für die Selbstverständigung der Gesellschaft? Fragen, denen das DLM Symposium am 10. März in Berlin nachgeht. Willkommen dazu!
 
 
Thomas Langheinrich
Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM)