Privater Hörfunk in Rheinland-Pfalz
Die private UKW-Hörfunklandschaft in Deutschland ist geprägt durch eine regionale Verankerung. Der Gesetzgeber hat sich in Rheinland-Pfalz für die Einführung landesweiter UKW-Hörfunkketten entschieden. Die erste Hörfunkkette ist nach Maßgabe des Gesetzes von der LMK mit einem Vollprogramm, die zweite landesweite Kette mit einem Spartenprogramm zu belegen. Aufgrund einer guten Frequenzausstattung sind diese Programme (RPR Eins und bigFM) nahezu flächendeckend in guter Qualität zu hören.
Seit 1998 wurde eine weitere private Hörfunkkette aufgebaut. Die so genannte dritte Hörfunkkette erreicht die wichtigsten Wirtschaftsregionen, eine Vollversorgung in Rheinland-Pfalz ist damit noch nicht verbunden. Ursprünglich sendete allein Radio Rockland über die Frequenzen der dritten Hörfunkkette. Um eine stärkere Regionalisierung des Programms sowie mehr Anbietervielfalt zu erreichen, wurde die dritte Hörfunkkette in der Neuausschreibung im Frühjahr 2007 in eine Landeskette und eine Regionalkette unterteilt. Seit Juni 2008 werden über die Landeskette Rockland Radio und über die Regionalkette Programme von Lokalradio RLP gesendet.
Neben den landesweiten Ketten und der Regionalkette ist in manchen günstigen Fällen ein weiteres UKW-Hörfunkangebot möglich: In Ludwigshafen, Koblenz und Mainz konnte für den privaten Hörfunk jeweils eine weitere Kapazität verfügbar gemacht werden. Während in Koblenz ein Lokalsender von der LMK lizenziert werden konnte, wurden in Ludwigshafen und Mainz Frequenzen für Programme zur Verfügung gestellt, die sich speziell an ausländische Mitbürger richten. Darüberhinaus besteht an manchen Orten die Möglichkeit, Minifrequenzen mit geringer Reichweite verfügbar zu machen oder mit einer vereinfachten Zulassung z.B. live von und im Umkreis einer Veranstaltung zu senden.
Wer bei Hörfunk nur an die gängige UKW-Verbreitung denkt, erfasst zwar den wesentlichen Teil des Spektrums. Durch den klassischen UKW-Hörfunk wird jedoch bei weitem nicht die ganze Hörfunklandschaft abgedeckt. Die Verbreitungsmöglichkeiten sind vielfältig: Hörfunk kann über das Kabel, über den Satellitendirektempfang, übers Internet oder durch digitale terrestrische Übertragungstechnik den Weg zu den Hörern finden. Digitales terrestrisches Radio (DAB) ist in Rheinland-Pfalz bereits Realität.
