Jugendschutz im Rundfunk

Trotz zunehmender Konkurrenz durch das Internet ist Fernsehen bei Kindern und Jugendlichen weiterhin sehr beliebt. Die leichte technische Bedienbarkeit und ständige Verfügbarkeit von unterhaltsamen Inhalten dürften hierbei insbesondere für jüngere Nutzer entscheidend sein. Gerade deshalb müssen die Sender besondere Sorgfalt auf die Auswahl der Inhalte und deren Ausstrahlungszeitpunkt walten lassen - schließlich ist nicht alles, was im Fernsehen gezeigt werden kann und wird, auch für Kinder und Jugendliche geeignet.

Eine Maßnahme des Jugendschutzes, die im Fernsehen üblicherweise zur Anwendung kommt, ist die Festlegung von Sendezeitgrenzen, die verhindern, dass reine Erwachsenenangebote im Tagesprogramm ausgestrahlt werden. Die Sendezeitgrenzen orientieren sich am Entwicklungsstand von bestimmten Altersgruppen:

  • Von 06.00 bis 20.00 Uhr muss die Gestaltung des Fernsehprogramms das Wohl der jüngeren Zuschauer
    (bis 12 Jahre) berücksichtigen.
  • Von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr stehen die 12- bis 15-Jährigen im Fokus der Betrachtung,
  • von 22.00 Uhr bis 23.00 Uhr die 16- und 17-Jährigen.

Erst in der Zeit von 23.00 Uhr bis 06.00 Uhr dürfen Inhalte für Erwachsene ausgestrahlt werden, wobei bestimmte Inhalte, wie z.B. Pornographie, im Rundfunk (anders als in Telemedien) grundsätzlich verboten sind. Neben den Sendezeitgrenzen besteht auch die Möglichkeit, ein technisches Mittel (wie etwa die sog. Jugendschutzsperre) einzusetzen, um entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte abweichend von den Sendezeitgrenzen ausstrahlen zu können.

Zuständiges Organ der LMK für die Bewertung von Rundfunksendungen im Hinblick auf mögliche (negative) Medienwirkungen bei kindlichen und jugendlichen Rezipienten ist die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Sie überprüft Sendungen darauf, ob die Vorgaben des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV) eingehalten wurden. Hierbei bezieht sie Erkenntnisse der Medienwirkungsforschung wie auch der Entwicklungspsychologie ein. Diese finden sich in komprimierter Form in den "Kriterien für die Aufsicht im Rundfunk und in den Telemedien" der KJM. Sofern ein Veranstalter seine Sendungen vor Ausstrahlung einer Einrichtung der Freiwilligen Selbstkontrolle vorgelegt hat, sind Maßnahmen der KJM nur zulässig, wenn die Grenzen des Beurteilungsspielraumes durch die Freiwillige Selbstkontrolleinrichtung überschritten wurden.