Wie gestaltet sich in Zukunft die Medienwelt?

Im Dezember 2012 richtete die Versammlung der LMK den ständigen Ausschuss für Digitalen Wandel und Medienkonvergenz ein. Mit dem Beschluss wurde dem Sachverhalt Rechnung getragen,  dass sich die Grenzen zwischen den einzelnen Medienarten wie etwa Radio, Zeitung, Fernsehen, Internet oder auch Computerspielen im Zuge der Digitalisierung zunehmend auflösen. Dies gilt nicht nur für die technische Weiterentwicklung der Übertragungswege und Endgeräte, sondern auch für die dahinter stehenden Geschäftsmodelle der Anbieter und das sich wandelnde Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer. Insbesondere digitale Medien werden zunehmend interaktiver. Gleichzeitig durchdringen digitale Medien und Telekommunikationstechnologien das alltägliche Leben in einem nie dagewesenen Ausmaß; ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen.

Schon einige Beispiele können einen Eindruck davon vermitteln, wie weit reichend die Umwälzungen in der Medienwelt sind. Dass etwa Zeitungsverlage eine gemeinsame Gesellschaft zur Vermarktung von Werbefilmen im Internet und auf mobilen Geräten betreiben (die OMS), macht das Ausmaß der Verzahnung sichtbar. Verbraucherinnen und Verbraucher nutzen neben den linearen Fernseh- oder Radioprogrammen verstärkt Mediatheken, Video-on-Demand-Dienste oder individuell automatisierte Internet-Radios. Medienanbieter stellen sich zunehmend darauf ein – zum Teil auch, weil sie auf diesen Wegen zielgenauer Werbung ausspielen oder anderweitig Einnahmen erzielen können (z.B. durch die Integration eines Webradios mit einem Online-Shop). Darüber hinaus kommen hybride Endgeräte auf den Markt, die neben linearem Fernsehen auch vielfältige internetbasierte Anwendungen ermöglichen. Massenkommunikation, Telemediendienste, Werbung und Einkaufen wachsen so noch näher zusammen und sind aus Anwendersicht zum Teil kaum noch zu trennen.

Für die Landesmedienanstalten ergibt sich aus all dem die Notwendigkeit, sich intensiv mit den aktuellen Entwicklungen und der absehbaren Zukunft zu befassen und herauszuarbeiten, welche neuen Fragestellungen bezüglich Aufsicht, Regulierung und Förderung sich daraus ergeben. Es gilt, die hinter diesen Aufgaben stehenden medien- und gesellschaftspolitischen Ziele technologieneutral zu erfassen und angesichts der Veränderungen zu fragen: Was muss heute und in Zukunft getan werden, um diese Ziele auch in einer rasant veränderten Medienwelt erreichen zu können?